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Jazz- und Modern Dance

Faszination Jazz- und Modern Dance

Fas zi nation […zion; lat.; "Beschreiung, Behexung"] die; -; -en: fesselnde Wirkung, die von einer Person od. Sache ausgeht. (Quelle: DUDEN - Das Fremdwörterbuch)

Was ist, wenn diese Wirkung von mehreren Personen und einer Sache ausgeht? Greift die Definition laut Duden dann noch? Wenn nicht… Jazz- und Modern Dance (JMD) ist ohnehin speziell.

JMD hat mit dem Formationstanzen in den Standard- und lateinamerikanischen Tänzen gemeinsam, dass sich die Aktiven dem Teamsport zu Musik verschrieben haben. Die Liebe zum Tanzen vereint den Tanzsport, doch in vielen Bereichen ist Jazz- und Modern Dance einfach anders - nicht nur durch die Musik…

Am Anfang steht die Idee; die Idee einer Choreografie zu einer Musik oder einem Thema - eine Vorschrift gibt es hier nicht. Außer vielleicht, dass zunächst zum Tanzen sechs bis zwölf Aktive auf der Fläche gefunden werden müssen und die Interpretation zwischen drei und viereinhalb Minuten dauern darf.

Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt - selbst wenn die vier Wertungskriterien (Präsentationsfähigkeit, Musikalität, Technik sowie Choreografie und Ausführung) bestmöglich zu integrieren sind.

Da das Korsett der Regeln bewusst (noch) nicht so eng geschnürt ist wie in den "klassischen" Bereichen des Tanzsports, kann Jazz- und Modern Dance vielfach recht unkonventionell bis an die Grenzen ausgelebt werden.

Von Klassik über Filmmusiken, aktuellen Hits bis hin zu Eigenkompositionen und den sich daraus ergebenden unzähligen Kombinationen - in Teilen sogar gänzlich auf die Vertonung verzichtend - ist die Bandbreite der Musikauswahl schier unerschöpflich. Die Kombination der Tanzstile Jazz- und Modern Dance bietet bereits viele Möglichkeiten, doch ist diese Sportart auch anderen Einflüssen gegenüber offen. In einer Choreografie ist der Einsatz von Soli, Paar-, Gruppen- und sogar Formationselementen zu realisieren, ohne sich an vorgeschriebene Schritte, Tänze oder Tempi halten zu müssen.

Die Faszination von Jazz- und Modern Dance für die Aktiven liegt sicher in der immensen Freiheit und der Qual der Wahl - ohne auf die Liebe zur bewegten Musik zu verzichten. Das Publikum lässt sich von der Gratwanderung zwischen "Tanz und Theater" - dem Interpretationsspielraum - gefangen nehmen.

Das Zusammenspiel von Kunst und (Wettkampf-) Sport bietet das Potenzial, in Zeiten von Individualität und Selbstverwirklichung weiter wachsende Mitgliedszahlen in einer Tanzsportart verzeichnen zu können.


Denn was möchte jeder Einzelne von uns heute mehr als je zuvor? Fasziniert werden - am liebsten jeden Tag und so persönlich wie möglich! Jazz- und Modern Dance bietet diese Plattform - für jeden von uns!




Die Wettkampfstruktur im DTV

Weltweit einzigartig ist das Ligasystem des Deutschen Tanzsportverbandes: Jazz- und Modern Dance (JMD) wird bundesweit von vier Ligabereichen vertreten:
- West: Nordrhein-Westfalen (TNW)
- Nord-Ost: Niedersachsen (NTV), Hamburg (HATV), Bremen (LTV Bremen), Schleswig-Holstein (TSH), Berlin (LTV Berlin), Mecklenburg-Vorpommern (TMV), LTV Brandenburg
- Süd: Saarland (SLT), Rheinland-Pfalz (TRP), Baden-Württemberg (TBW), Bayern (LTV Bayern)
- Süd-Ost: Hessen (HTV), Sachsen (TVS), Thüringen (TTSV), Sachsen-Anhalt (TVSA)
In Teilen sechsstufig aufgebaut, erreichen die aufsteigenden Mannschaften von den Landes- oder Verbandsligen der einzelnen Landestanzsportverbände die (Verbands-), Ober- und Regionalligen der Ligabereiche über die zweigleisig geführte 2. Bundesliga schließlich die 1. Bundesliga.

Dort angekommen stellt die Deutsche Meisterschaft (DM) sowohl Saisonhöhepunkt als auch Saisonende dar, zu deren Teilnahme die ersten acht Mannschaften der 1. Bundesliga sowie die Erst- bis Drittplatzierten der beiden 2. Bundesligen startberechtigt sind. Doch entscheidet diese höchste, nationale Ausscheidung nicht nur über den Titel des Deutschen Meisters, sondern - in Form der Relegation zwischen 1. und 2. Bundesliga – auch über die Zusammensetzung der „Königsklasse“ des JMD für die darauf folgende Saison. Die Relegation greift für die Siebt- und Achtplatzierten der 1. Bundesliga sowie die Zweit- und Drittplatzierten der Zweiten. Die Tabellenführer der 2. Bundesligen sind bereits direkt aufstiegen.

Da die Zahl der Aktiven seit der Zugehörigkeit zum DTV kontinuierlich steigt, wurden neben der Hauptgruppe folgende, weitere Startgruppen eingerichtet:
Jugendliga (bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres) und Kinderliga (bis zur Vollendung des 11. Lebensjahres).
Die Entscheidungsfreiheit, in einer dem Alter der Aktiven entsprechenden Liga zu tanzen oder in der Hauptgruppe zu starten, obliegt den Vereinen.

In allen Gebieten werden Jugendligen angeboten. Die jeweils besten Teams der Jugendverbandsligen treffen sich dann bei den zwei Regionalmeisterschaften (Nord und Süd - jeweils 14 Formationen). Dort qualifizieren sich jeweils die sieben besten Teams für die Deutsche Meisterschaft der Formationen JMD Jugend.
Darüber hinaus werden vereinzelt Kinderligen angeboten.


In jeder Liga werden üblicherweise vier Saisonturniere ausgetragen. Deren Ergebnisse ergeben über die Addition der erreichten Plätze den jeweiligen Tabellenendstand. Der Saisonsieger steigt in seiner Altersgruppe direkt in die nächst höhere Liga – sofern vorhanden - auf. Äquivalent dazu steigen die Letztplatzierten (= Platz neun) einer Liga direkt ab.

Zwischen den Zweit- und Drittplatzierten der höheren und den Siebt- und Achtplatzierten der niedrigeren Liga kommt es zu einer Relegation (je nach Ligabereich). Wie viele Aufstiegsplätze dort zu vergeben sein werden, entscheiden die Verantwortlichen der Bereiche in Abstimmung mit dem SAS.

Eine Besonderheit gibt es im Relegationsszenario: Die Sieger der Landesligen erhalten die Möglichkeit, als so genannte Sprinter, an der Relegation zur Oberliga teilzunehmen. Diese Regelung entstand, da HTV und TNW als einzige Ligabereiche über Landesligen verfügen.


Die besondere Bedeutung des Formationstanzens JMD im DTV

Der Formationstanzsport hat - nicht nur wegen der hohen Zahl an startenden Teams - eine besondere Bedeutung für den DTV.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich die Sportart Jazz- und Modern Dance im Tanzsport noch immer wachsender Beliebtheit erfreut. Seit 1990 sind – dank des systematischen Aufbaus – immer wieder neue Formationen zum Turniergeschehen hinzugewonnen worden. Startete man 1990 mit 101 Teams in die Saison, waren es 2005 sage und schreibe 441 Teams im Wettkampfgeschehen. Nur die Weiterführung der aufgebauten Struktur und eine konsequente Entwicklung über alle Leistungsstufen kann auch weiterhin die Position der JMD-Formationen sichern. Welches Glück bei den eher stagnierenden Teilnehmerzahlen im Tanzsport – JMD stellt den benötigten Gegenpol dar.